Pronomen « sie » ? Kein Pronomen?

Wieso wird bei Vorstellungsrunde nach Pronomen gefragt? Wieso schreiben Personen ihr Pronomen nach ihren Namen?


FATart ist einen Netzwerk für Künstlerinnen und nichtbinäre Kunstschaffende.


Zur Info: nichtbinär ist eine Sammelbezeichnung für Geschlechtsidentitäten aus dem Transgender-Spektrum, die weder ausschließlich männlich noch weiblich sind, sich also außerhalb dieser binären Einteilung befinden. Kurz gesagt: nichtbinäre Menschen identifizieren sich weder als Frau noch als Mann und benutzen meistens kein Pronomen.


Bei uns wird dir bei Vorstellungsrunde gefragt, welche Pronomen du benutzt. Es geht darum zu wissen, wie wir über dich reden sollen und keine Vermutung über die Identität einer Person Aufgrund ihres Aussehens machen; z.B. eine weiblich aussehende Person kann nichtbinär sein und eine androgyn aussehende Person kann eine Frau sein.


Deswegen ist es am besten, die Personen einfach zu fragen, wie sie sich identifizieren. Übrigens, eine Person nach ihren Pronomen zu fragen ist höflich und zeigt, dass es dir wichtig ist, die Person in ihrer Identität zu respektieren.


Wer sich als Frau identifiziert, benutzt die Pronomen « sie / ihr». Wer sich als nichtbinär identifiziert, benutzt meistens kein Pronomen. Anstelle des Pronomens wird dann der Namen der Person benutzt. Wer sich als Mann identifiziert, benutzt die Pronomen « er / sein ».


Hier zwei Beispiele:


Janine’s Pronomen während der Vorstellungsrunde ist « sie » Das heisst die Person ist eine Frau und wir würden so über sie reden:


"Janine nahm am Workshop teil, sie hatte Spass."


Sophie’s Pronomen während der Vorstellungsrunde ist “kein Pronomen”. Das heisst, die Person ist nichtbinär und wir würden so über sie reden:


"Sophie nahm am Workshop teil, Sophie hatte Spass."


Wenn die Pronomen-Vorstellungsrunde Personen ermöglicht, sich gut aufgehobenund respektiert zu fühlen, dann ist es für uns bei FATart ein Must, mit dieser Geste einen Beitrag zu leisten


Wir wünschen uns, dass es in Zukunft eine gängige Alltagspraxis wird, Menschen nach ihren Pronomen zu fragen.